NLO-002 KI-Chatbots & Agentensysteme bei Bosch Mobility (mit Mark Lambertz)

In dieser Folge sprechen wir mit Marc Lamberts von Bosch Mobility darüber, wie wir KI-Chatbots und Agentensysteme in der Organisation einsetzen. Ausgangspunkt war sein Fachwissen zum VSM, das wir mit einem Chatbot zugänglich machen wollten, weil er als Ansprechpartner stark ausgelastet war.
Wir haben zunächst experimentiert und getestet, wozu das Modell taugt und wo Halluzinationen oder fehlerhafte Ausgaben entstehen können. Dabei haben wir drei Anwendungsfelder untersucht: Lernen, Diagnose und Gestaltung. Der Chatbot unterstützt heute dabei, Wissen zu erklären, organisatorische Probleme zu analysieren und bei der Arbeit mit VSM erste Strukturvorschläge zu machen.
Der Bot wurde auf Basis von Marts Inhalten aufgebaut und in die Organisation gegeben. Inzwischen nutzen ihn nach seiner Darstellung rund 250 Menschen, und die Nutzung bleibt konstant. Wir sehen, dass sich Inhalte aus dem Modell verbreiten und auch auf verwandte Themen wie Agilität oder Subsidiarität übertragen werden.
Technisch beschrieben wir eine Low-Code-Umgebung mit Langchain, Streamlit, Datenbank und Anbindung an Quellen wie SharePoint, Confluence oder öffentliche Websites. Als Sprachmodelle können wir unter anderem ChatGPT oder Gemini nutzen, Dokumente in verschiedenen Formaten einbinden und die Qualität mit Testsätzen prüfen.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Agentensysteme. Wir verstehen darunter KI-Systeme, die komplexere Arbeitsfolgen abarbeiten und Werkzeuge für einzelne Schritte auswählen können. In der Produktion werden sie laut Marc bereits eingesetzt, etwa um Logfiles auszuwerten, Root-Cause-Analysen vorzubereiten und Berichte wie A5 oder 8D zu unterstützen.
Wir sprechen auch über mögliche Anwendungen im Organisationsdesign. Dort evaluieren wir einen „Bosch Orgpilot“, der mit Live-Daten einen digitalen Zwilling von Organisationsteilen abbilden soll. Ziel ist es, formale Strukturen, Interaktionsmuster und Meetingnetzwerke besser zu verstehen und auf Probleme wie zu große Führungsspannen oder unpassende Strukturen hinzuweisen.
Zum Schluss geht es um Grenzen, Regulierung und die Unterschiede zwischen Deutschland und China. Marc betont die Rolle von Betriebsrat und AI-Act sowie die Notwendigkeit, Missbrauch zu vermeiden. Gleichzeitig sieht er in China mehr Pragmatismus, schnellere Entscheidungen und klarere Standards.
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